Deutsche Wörter in der Welt: ein Exportschlager

Containerschiff © pixelio.de/Niko KorteWir Deutsche verreisen bekanntlich gern. So ging auch so manches deutsches Wort auf Reisen und machte es sich im Wortschatz vieler Gastländer gemütlich.

Immerhin etwa 10.000 deutsche Wörter sind in die Sprachen dieser Welt ausgewandert. Besonders die englische Sprache übernahm sehr viele deutsche Wörter – nicht nur „Blitzkrieg“ und „bratwurst“, nein, sondern auch das „Gedankenexperiment“, das „Gesamtkunstwerk“, der „lebkuchen“ und das „glockenspiel“ sind in der englischen Sprache heimisch geworden.

Manchmal wurden deutsche Wörter aber aus wirklich geheimnisvollen Gründen übernommen: „باغر“ zum Beispiel für „Bagger“ und “بيرة“ für „Bier“ im Arabischen, „doppelgänger“ und „laborantin“ im Französischen; in die italienische Sprache sind es die deutschen Wörter „Speck“ und „edelweiss“. Besonders das Substantiv „Poltergeist“ hat eine erstaunliche Karriere gemacht. Dieses Wort, das im deutschen Sprachgebrauch wohl eher ein Schattendasein führt, geistert im Griechischen als „dπόλτεργκαϊστ“ (poltergaist), im Bulgarischen als „полтъргайст“ (poltârgajst) und im Russischen als „полтергейст“ (poltergeist) herum.

Nun raten Sie, welches deutsche Wort in viele weitere Sprachen aufgenommen wurde? Richtig: Es ist der Zeitgeist. Dieses Wort ist sozusagen der deutsche Sprach-Export-Schlager: „ツァイトガイスト“ (tsaitogaisuto) im Japanischen, „Zeitgeist“ im Niederländischen, „zeitgeist“ im Polnischen, „zeitgeist“ im Portugiesischen, „zeitgeist“ im Französischen und „zeitgeist“ im Spanischen. Übrigens: Dieses Wort wurde 1769 von Johann Gottfried Herder erfunden – so wie viele andere Wörter des deutschen Wortschatzes auch.